09. Januar 2026

“Siehe, ich mache alles neu!”  

Na, habt ihr im obigen Weihnachts-Foto vom Pilotentreffen 2025 schon nach Mathias gesucht?

Ihr findet ihn nicht, auch nicht versteckt in der zweiten oder dritten Reihe…

Im Oktober wurde Mathias unerwartet mit einem Herzproblem ins Krankenhaus eingeliefert. Wir sind unglaublich dankbar, dass die Ärzte bestätigt haben, dass sein Herz organisch gesund ist – eine klare Gebetserhörung. Dennoch funktioniert es nicht mehr so, wie es sollte. Nach viel Gebet und Nachdenken mussten wir akzeptieren, dass Mathias vorerst nicht mehr ins MAF-Cockpit steigen kann.

Diese Erkenntnis hat uns das Herz schwer gemacht, denn der Dienst mit MAF in Papua-Neuguinea war uns Berufung und Freude und wir wollten nach drei Monaten in Deutschland nochmals für zwei Jahre nach PNG. 

Gleichzeitig sehen wir auch in den jetzigen Umständen deutlich Gottes Führung. Es geht zwar weg von PNG, aber nicht weg von MAF. Wir werden weiterhin mit, für und bei MAF tätig sein und unsere Erfahrung – 18 Jahre bei Mathias und 16 Jahre bei Mandy – in die Arbeit von MAF hier in Deutschland einbringen. So sind wir dankbar, als Bodenpersonal weiterhin Teil dieser einzigartigen Familie zu bleiben, die uns über die Jahre so ans Herz gewachsen ist.

PNG wird immer einen besonderen Platz in unseren Herzen haben. Denn schließlich haben wir dort den Großteil unseres Ehelebens verbracht.

Vielen Dank für eure Gebete, eure Freundschaft und die großzügige Unterstützung von jedem von euch persönlich für unsere Arbeit mit MAF in PNG über all die Jahre.

Auf dem Boden der Tatsachen  gelandet – Das hat uns die letzten Wochen und Monate in Deutschland beschäftigt

Das Leben ändert sich manchmal sachte und ruhig, aber manchmal auch plötzlich und überraschend. Erstmals fuhren wir nach der Landung in Frankfurt selbst mit einem Auto zu Mathias Familie. Das Auto war eine Leihgabe eines christlichen Autohauses, worüber wir uns sehr gefreut haben. Zwischen Horb und Wetzlar, Dresden und Freising, Karlsruhe und die Niederlande waren unsere Vortrags- und Besuchstermine verteilt. 

Dann kam Mathias Krankenhausaufenthalt und daraufhin die Entscheidung, in Deutschland zu bleiben. Wir haben uns auf offene Stellen in der Geschäftsstelle von MAF Deutschland beworben und im Dezember auch die Zusage für eine Mitarbeit erhalten. So wechseln wir zum Bodenpersonal, damit andere weiterhin Hilfe, Hoffnung und Heilung aus der Luft erhalten.

Seit Mitte Oktober arbeiten wir bei MAF in Deutschland schon aktiv mit, von unseren provisorischen Schreibtischen im Nordschwarzwald und im Erzgebirge.

Bei MAF Deutschland ist man dankbar über zwei weitere Mitarbeiter. So hat Mathias den Umzug der Geschäftsstelle von Siegen an den Flugplatz von Mainz-Finthen koordiniert während Mandy fleißig getextet und konzipiert hat für die verschiedenen Print- und Online Publikationen, u.a. die Luftpost und die tolle Weihnachtsaktion. 

2026 – ein Jahr mit vielem Neuen – Wie geht es bei uns weiter?

Nach so vielen Jahren in Papua-Neuguinea fühlt sich die Rückkehr nach Deutschland wie ein tiefgreifender Übergang an. Re-Entry, die Wieder-Einreise sozusagen…, bedeutet für uns mehr als Koffer auspacken und eine neue Adresse haben. Auch das Herz muss ankommen und das braucht wesentlich länger. Vieles ist vertraut und gleichzeitig fremd geworden. Die Emotionen fahren Achterbahn. 

Deutschland ist unser Herkunftsland, und doch fühlt es sich nicht mehr selbstverständlich wie „Zuhause“ an.

Wir orientieren uns neu: in einer Gesellschaft, die sich verändert hat, in politischen Diskussionen, im Alltag mit all seinen Abläufen. Selbstverständliches muss neu gelernt werden. Freundschaften wollen vorsichtig wieder aufgenommen werden, während andere Beziehungen schmerzhaft fehlen. Es ist ein Leben zwischen dem „Nicht mehr“
und dem „Noch nicht“ – nicht mehr dort in PNG, aber innerlich auch noch nicht ganz hier in Deutschland.

Dieser Prozess bringt Trauer mit sich. Trauer über Abschiede, über Vertrautes, das wir zurückgelassen haben, über ein Leben und einen Dienst, der so nicht weitergeht. Gleichzeitig spüren wir Dankbarkeit für alles, was war, und eine leise Hoffnung auf das, was wachsen darf. Beides existiert nebeneinander und fordert Raum und Geduld.

In dieser Übergangszeit erleben wir, wie wichtig es ist, innezuhalten und Gott in diesen Spannungsfeldern zu begegnen. Er lädt uns ein, den Verlust zu benennen, ohne darin stehen zu bleiben, und offen zu sein für neue Perspektiven, die sich erst nach und nach zeigen.

Während wir mehr und mehr wieder in Deutschland ankommen, gestalten wir Schritt für Schritt unseren Alltag neu, versuchen Routinen durch die neue Arbeit für MAF aufzubauen und lassen Beziehungen langsam wieder tiefer werden. Es ist ein Prozess, der Zeit braucht – und Begleitung.

Um nahe an unserem künftigen Arbeitsort, der Geschäftsstelle von MAF Deutschland, zu sein, werden wir uns nach Mainz orientieren, wo sich seit dem 1. Dezember 2025 das neue Büro von MAF Deutschland befindet. 

Danke, dass ihr diesen Weg mit uns mitgeht, uns Raum gebt für das Dazwischen und uns im Gebet tragt. Wir vertrauen darauf, dass Gott auch im Übergang gegenwärtig ist und uns behutsam in das Nächste hineinführt.

Staunen, Fragen, Wagen – Ganz Persönlich. Unser Vortragsthema fordert uns selbst neu heraus.

Ihr erinnert euch an unser Vortragsthema: Vom Staunen zum Fragen und Wagen? 

  • Wir staunen über Gottes Wege, die oft anders verlaufen als wir es uns vorstellen.
  • Wir halten die Fragen aus, auf die es noch keine schnellen oder klaren Antworten gibt. 
  • Und wir wagen die nächsten Schritte – vorsichtig, aber im Vertrauen.

Der Bibelvers der Herrnhuter Jahreslosung „Siehe, ich mache alles neu“ begleitet uns dabei. Er erinnert uns daran, dass Gott nicht nur Vergangenes abschließt, sondern mitten im Übergang Neues wachsen lässt. Auch wenn sich manches noch unfertig und bruch-stückhaft anfühlt, dürfen wir darauf vertrauen, dass Er am Werk ist und unser Staunen, Fragen und Wagen in etwas Neues hineinführt.


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