15. Oktober 2009

Im Gefängnis

Gestern war ich mit den anderen MAF-Goroka-Ladys und einer einheimischen Frau aus der EBC, Ogatno, wieder zu Besuch im Frauengefängnis. Unser Kofferraum war übrigens voller Kohlköpfe, Kokosnüsse, Süßkartoffeln und anderem Grünzeug, dass Leute aus der EBC fürs Gefängnis gespendet haben. Im Frauengefängnis gibt es eine „Litracy class“, d.h. eine Gefangene bringt den anderen Lesen und Schreiben bei. Rebekka, der Lehrerin, hat gestern ein wenig erzählt, was sie gerade machen – zzt. sind sie bei den Vokalen – und wie stolz sie auf ihre vier Schülerinnen ist. Ihr kamen dabei sogar die Tränen. Danach haben 4 Frauen aus der Klasse gemeinsam mit Rebekka ganz stolz einen Vers aus der Bibel vorgelesen: Kisim Bek 14, 14: Harim. Bikpela bai i pait bilong helpim yupela. Tasol yupela yet i no ken mekim wanpela samting. Yupela i mas i stap isi tasol. Ob ihr wohl herausbekommt, wo der Vers in der deutschen Bibel zu finden ist? Tipp: AT. Danach haben wir uns in 3 Gruppen aufgeteilt und das 2. Kapitel aus dem Buch Ruth gelesen. Ich war dieses Mal mit Ogatno in einer Gruppe. Sie hat noch viel zu Ruths und Boas´ vorbildlichem Verhalten erzählt und die Frauen ermutigt, sich in ihrer Situation ebenso vorbildlich zu verhalten und den Verheißungen Gottes zu vertrauen, dass er für sie sorgt – auch hier im Gefängnis. Danach haben die Frauen – drei waren es in unserer Gruppe – noch einige Gebetsanliegen genannt. Alles lief auf Tok Pisin. Die grobe Spur habe ich mitbekommen, sodass ich dann auch Ogatnos Bitte zu beten, nachkommen konnte. Aber ich habe mich entschieden, auf Englisch zu beten. Das ist herausfordernd genug für mich… Auf dem Nachhauseweg im Bus erzählte eine andere MAF-Frau, dass letzte Woche ein Frau geflüchtet ist – auf dem Weg zum Gerichtstermin. Wow! Von solchen Fluchtversuchen und -erfolgen liest man auch immer wieder in der Zeitung. Das verwundert dann doch und man fragt sich, wie so etwas passieren kann. PNG – land of the unexpacted…


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