25. April 2010

Kobra – das weiße Gold von PNG

Kobra, nein, dass ist in den Fall keine Schlange, sondern als Kobra wird hier der Anbau von Kokospalmen bezeichnet. Um unsern Compound herum und überhaupt hier an der Küste und im ganzen Flachland von Papua Neuguinea stehen unzählige Kokospalmen. Im Durchschnitt können wir auf unserm Compound täglich 5-10 Kokosnüsse aufsammeln. Jeder hat so seine Bäume, wo er sammelt. Was tun mit so vielen Kokosnüssen? Kochen, Trinken, Heizen! Es gibt zweierlei Arten, Kokosnüsse zu verwenden. Zum einen frisch als Kulau. Ein wirklich hygienisch einwandfreies Buschgetränk von ca. einem Liter, zudem isotonisch. Was will man mehr? Auf manchen Buschlandeplätzen bekommt Mathias manchmal eine zur Erfrischung. Und dann eben klassisch, man muss sie knacken und nutzt das Fruchtfleisch.
Bei beiden muss man jedoch ersteinmal den „Airbag“ entfernen, der die Kokosnuss beim Aufprall vorm Zerplatzen schützt, bevor man zum harten Kern vordringen kann. Das geht entweder mit dem Buschmesser oder mit einem Steckeisen, das in den Boden gerammt wird (siehe Foto). Mit dem Buschmesser wird Mathias immer schneller! ;o) Das „Airbagmaterial“ wird meist verbrannt. Die Einheimischen kochen in der Regel über offenem Feuer und so haben sie gleich das Brennmaterial vor der Hüttentür. Danach muss man die eigentliche Kokosnuss knacken und das möglichst so, dass man zwei gleiche Hälften hat. Der Trick ist der, immer genau auf die drei Adern, die sich um die Kokosnuss ziehen, zu schlagen. Manch Einheimischer braucht nur 5 Schläge für die Nuss. Das muss Mathias noch üben! ;o)
Sobald die Nuss geplatzt ist, läuft schon das Fruchtwasser heraus. Wir beobachten oft, dass die Einheimischen das Fruchtwasser einer ausgereiften Kokosnuss einfach auf den Boden tropfen lassen. Danach werden die beiden Kokosnusshälften gehobelt. Dazu braucht man einen sog. Skraper. Das ist ein kleiner Hocker mit einem speziellen Metallstück an seiner Spitze. In rhythmischen Bewegungen wird die Kokosnuss am Skraper gedreht und schnell sammeln sich die weißen Kokosraspeln in der Schüssel.
Und was wird aus den Kokosraspeln? Damit wird gekocht so wie wir mit Fleischbrühe. Drückt man die frischen Kokosraspeln aus, erhält man die sogenannte sehr nährstoffreiche Sahne. Die ausgedrückten Kokosraspeln kann man noch zweimal in etwas Wasser aufweichen und wiederum ausdrücken. Das ist dann die Kokosmilch. Mit bzw. in Kokosmilch wird hierzulande wirklich alles gekocht: Kumu, also allerlei Grünzeug, Kürbis, Kartoffeln, Bananen, ja sogar Hühnchen. Unsereins nimmt die Kokosraspeln lieber für süße Leckereien. Die Sahne dann auch schon mal, um einen Gulasch oder sonstige Fleischsoßen zu verfeinern. Na, Appetit bekommen? Dann probiert doch mal das Rezept aus! Wahrscheinlich müsst ihr euch mit getrockneten Kokosraspeln aus dem Supermarkt zufrieden geben… Sori tru! Oder ihr kommt uns mal besuchen! Wir heißen euch gern mit einer Kulau willkommen und servieren auch das ein oder andere weitere Kokosnussgericht!
Kokonas-Kek Kek: 3 kiau 500 g suga 550 gr plaua 2 EL bek paura 3 EL kakao paura 1 EL Vanilla essence o seeds long wanpela vanilla bean 150 gr malumalu bata 350 ml wara Topping: 200 gr kokonas sikrapim 150 gr suga 150 gr malumalu bata 2 EL kofi paura 2 EL kakao paura liklik wara
>> Mixim olgeta samting bilong kek na kapsaitim long flat trei. >> Bakim long stov 200° C ca. 25 Min. >> Mixim olgeta samting bilong topping na putim antap long kek na spredim gut. >> Kek i no mas go back long stov.
Kleingedrucktes – Vokabeln ;o) antap – ontop – auf bata – butter – Butter bek, bakim – to bake – backen bilong – of – von flat – flat – flach liklik – little – bisschen kapsaitim – to capsize – ausleeren kek – cake – Kuchen kiau – egg – Eier kofi – coffee – Kaffee malumalu – soft – weich olgeta samting – everything – alles plaua – flour – Mehl paura – powder – Pulver putim – to put – tun sikrapim – to scrape – hobeln spredim – to spread – verteilen suga – sugar – Zucker trai – tray – Form wanpela – one – eins wara – water – Wasser


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