31. Mai 2012

Wiedersehensfreude

Gestern war ich, Mandy, das erste Mal wieder im Frauengefängnis hier in Wewak. Das ganze ist ein regelmäßiger Besuchsdienst der EBC (Evangelical Brotherhood Church).
Überrascht war ich, dass es nur noch 4 Frauen waren. Und von den Vieren war eine ein Neuzugang von vor 2 Tagen und Nancy darf ab morgen in den lockeren Vollzug. Das heißt, sie darf raus und muss sich dann einmal pro Woche melden. Die Intervalle werden dann nach und nach immer größer und irgendwann ist sie richtig frei, vorausgesetzt, sie lässt sich nichts zu Schulden kommen.
vlnr: Jeanett mit Brian, Nancy, Judith, Bethanie mit Baby, Pauline 
Jedenfalls haben sich Nacy, Jeanette und Judith ziemlich gefreut, mich wieder zu sehen. Frauen, von denen ich wusste, dass sie eigentlich eine lange Haftstraße noch vor sich hatten und mit deren Wiedersehen ich fest gerechnet habe, wurden mittlerweile in andere Gefängnisse versetzt. Aber ich war froh zu hören, dass Skola und Albina jeweils ihre beiden Töchter noch bei sich haben. Eigentlich besagt die Regel, dass Kinder ab 3 raus müssen, zurück zu den Familien. Aber bei Skola ist die Familie weit weg und Albinas Tochter ist anscheinend taubstumm und so durfte sie auch bleiben. Das freut mich – für die Kinder und für die Mütter, und für die vielen Tanten im Gefängnis.
Auch in Wewak gibts zwei Kleinkinder. Jeanettes Brian war ganz entsetzt mich zu sehen als er nach seinem Mittagsschläfen schlaftrunken zu uns gestoßen ist… Und Bethanie hat ein vier Monate altes Baby.
Gestern stand Nähen mit der Hand auf dem Programm. Pauline hatte Stoff für einen Rock zugeschnitten und zeigt nun den Frauen verschiedene Stiche, denn oft ist es so, dass die Frauen im Busch keine Nähmaschine haben. Im Gefängnis steht ihnen eine zur Verfügung.
Bei solcherlei Aktivitäten entstehen meistens gute Gespräche und das tut allen gut. 
im vierzehntägigen Wechsel gibt es eben solche Kreativstunden und die andere Woche gibt es eine intensivere Bibelgesprächsgruppe.

Kommentar schreiben