26. Juli 2012

Hörbibeln im Busch

Welch ein wacher, offener und strahlender Blick in solch einer armseligen Hütte!
Er gehört Hiob, einem hüftkranken Mann aus Sumwari, der deshalb seine Hütte nicht mehr verlassen kann. Lesen hat er nie gelernt. Er ist Christ. Um so mehr freut er sich, dass er nun die Bibel vorgelesen bekommt, wann immer er will. Dank einem kleinen mp3-Player, der auf der Rückseite ein kleines Solarmodul hat und innerhalb weniger Stunden wieder aufgeladen ist.
Gerhard Stamm, Missionar der Liebenzeller Mission, hat dem Mann die Bibel in den Busch gebracht.

Sollte es uns da nicht beschämen, wie selbstverständlich wir verschiedene Bibeln im Regal stehen haben und wie nüchtern wir sie lesen? Die Bibel, Nahrung für unsere ausgetrockneten Seelen, die wahrscheinlich gefüllt sind mit so allerlei Nebensächlichkeiten des Alltags, unseren Sorgen, Ängsten, Traurigkeiten, Freuden, Erinnerungen. Aber was zählt am Ende unserer Tage für die Ewigkeit? …

Glenda, der Hochschullehrerin aus Tekin, hat Mathias auch zwei dieser Hörbibeln gegeben, um sie an den richtigen Mann oder die richtige Frau zu bringen. Kürzlich schrieb sie uns ein Email:

Ich habe beide Hörbibeln weggeben. Einer unserer Lehrer hilft einem alten Mann, der auf der anderen Seite vom Fluss lebt. Der alte Mann, Frank, spricht Tok Pisin, aber kann es nicht lesen.
Die andere Hörbibel hat mein Stellvertreter. Er will sie einem alten Mann in Divanap geben, hat es aber bislang nicht geschafft. In der Zwischenzeit nutzt seine Frau Renjay die Hörbibel, und zwar immer dann, wenn sie am Wäsche waschen ist und Dinge im Haushalt erledigt. Mit drei lebhaften Kindern wäscht sie ziemlich viel Kleider und hört entsprechend viel aus der Bibel. Da sie lesen kann, ist die Hörbibel auf lange Sicht bei ihr eigentlich fehlplaziert. 

Kommentar schreiben