19. August 2012

Schwein gehabt

Die Medevacanfrage kam am späten Freitagnachmittag. Ein Mann war am Morgen von einem wilden Schwein angefallen worden. In Duranmin, dem Ort des Geschehens, war ich schon seit über einem Jahr nicht mehr. Trotzdem kann ich mich noch gut an die erste Landung in dem engen Tal erinnern, und wusste um die Herausforderungen von Turbulenzen und einem sehr weichen Landeplatz. MAF hat für GA8 Flugzeuge eine 200 kg Beschränkung für den Start festgesetzt. 
Duranmin
Die Leute im Dorf waren froh mich zu sehen. Ich war froh, dass das Wetter einigermaßen mitspielte. Der Mann war bei Bewusstsein, musste aber auf einer Urwaldtrage zum Flugzeug gebracht werden. Das rechte Bein und der rechte Unterkiefer waren notdürftig mit einem Verband bzw. Tüchern abgedeckt. 
Der Verletzte
Einen Gesundheitsposten gibt es in Duranmin nicht. Der einzige Weg zum nächsten Krankenhaus nach Telefomin war mit dem Flugzeug. Die Dorfbewohner halfen dem Mann ins Flugzeug hinein. Seine Frau und sein Kind durften mit einsteigen. Der Flug nach Telefomin dauerte ca. 25 Minuten. 
Urwaldtrage
Derselbe Weg ist  zu Fuß mit einem kranken Mann auf einer Trage undenkbar. 
Nach der Landung in Telefomin haben wir den Mann auf einen unserer Gepäckwagen gesetzt. Bis zum Krankenhaus führt eine holprige Straße, die ca. 2km lang ist. Den ganzen Weg musste der Mann auf dem Gepäckwagen von mehreren Einheimischen geschoben werden.
Krankentransport in Telefomin
Aufgrund von Pilotenmangel ist die Außenstation in telefomin zzt. geschlossen und wird von Mt. Hagen aus mit der Twin Otter bedient. Die Piloten übernachten wöchentlich bis zu zwei Nächten. Als sie noch dort wohnten, war es in der Regel eine Pilotenfrau, die mit dem MAF eigenen Fahrzeug die Leute zwischen Flugplatz und Krankenhaus hin und her chauffiert hat. 

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