08. Februar 2013

Sonntag im Hochland – und wie drei Tage später sich alles ändern kann

Wir waren ja in Mt. Hagen hängengeblieben, weil unser Flugzeug nicht rechtzeitig aus der Wartung kam. So hatten wir die Gelegenheit mit Freunden eine kleine Sonntags-Wanderung zu machen. Unser erstes Ziel: eine kleine EBC Gemeinde am Ende des Weges hinauf auf den Mt. Rondon.
Viertel nach 7 haben wir unseren Compound verlassen und sind zum vereinbarten Treffpunkt gelaufen. Die Einheimischen grüßten uns freundlich und fragten, ob alles ok sei, denn die Gegend ist nicht unbedingt eine Spazierstrecke für Weiße Rucksacktouristen. Wir fühlten uns sicher. Außerdem konnten wir auch in ca. 300 m Entfernung den Compound sehen, wo wir unsere Freunde und „Wanderführer“ her erwarteten. 
Müllberg oder Saustall? 
Trotz dass die Berge noch in den Wolken hingen, versprach es ein guter Tag zu werden. 
Hier ein paar Fotos von dem, was wir unterwegs so gesehen haben.
Leben im Hochland

Kreativ und einladend

Manner, die Bambusmatten herstellen

Hilfreich

Zurzeit nicht erreichbar

Auf dem Weg zum Gottesdienst

Stamm-Gast

Ausgedient

Ausgedient
Nach gut zwei Stunden stetigen Aufstieg kamen wir an der kleinen Buschkirche an. Mittlerweile scheint die Sonne und drückt die Wolken immer weiter nach oben.
Wir sind noch zu früh, aber ein paar Leute sind schon auf dem Kirchplatz. Man freute sich riesig! Mathias und Philipp durften nach dem Pastor auch noch zu Wort kommen und gemeinsam haben wir ein Lied vorgetragen. Philipp und Lisi besuchen die kleine Gemeinde vielleicht einmal im Quartal, haben Freunde hier. 
Der Pastor ermutigt die Leute u.a. auch, an einem Lese-Schreiblurs weiter unten im Tal teilzunehmen oder wer eben nicht so weit laufen kann, dem würde er auch in der Kirche einen Kurs anbieten.
Mathias trifft auch einen alten Bekannten wieder. Ein ehemaliger Fahrer bei MAF in Mt. Hagen aus seiner Anfangszeit von 2007. Welch eine Überraschung, welch eine Freude! Der Mann ist alt, seine Augen strahlen.
Evangelikal Brata Sios 
Philipp und Mathias

Kinder, Kinder! Fünf oder Sechs?

Es füllte sich noch!
Anschließend laufen wir noch weitere paar hundert Meter den Berg hinauf zur Rondon Lodge. Eine andere Schweizer MAF Familie, die Tags zuvor gerade aus Rumginae angekommen ist, treffen wir dort zum Mittagessen. Rondon Lodge gehört zu einer Hotelkette, die im Land verteilt vier „busch-nahe“ Hotels für betuchte Touristen unterhält. Wir mussten uns zum Mittagessen allerdings anmelden, denn zzt. herrscht kaum Betrieb und der Koch ist nicht immer da.  
Blick von Ronden Lodge ins Hagen-Tal
Zeit für den Abstieg! Die Sonne ist kräftig, so dass man auch bergab ins Schwitzen kommt. Und wieder gibt es viel zu gucken! Hütten, Gärten. Nur wenige Menschen sind unterwegs.

 

Komfortabel
Idyllisch
harte Arbeit
Pause am Wegrand
Breitgefahrenen Getränkedosen
typisch Hochland
Auf dem Heimweg
Schweinezucht im Kaffeewald

Ein schöner Tag!
Drei Tage später allerdings hätten wir nicht dort stehen und warten wollen, wie am Sonntagmorgen. Da passierte etwas Schreckliches. Nachts bzw. in den frühen Morgenstunden hören wir lautes Geräusche aus dem Settlement hinter dem Compound, die nicht nur Mathias,sondern auch andere Leute auf dem MAF Compound nach draußen treiben und um den Schlaf bringen.
Am Morgen berichtet Lisi, dass unterhalb ihres Compounds viele Menschen waren, Polizei mit Megaphonen, sie sogar ein paar Warnschüsse in die Luft gefeuert haben.
Am anderen Tag erfahren wir es durch Freunde aus Deutschland, die die Nachricht im Internet gefunden haben. Auch die PNG-Presse berichtete davon.
Zum Nachlesen: 
Bericht PNG-Presse (englisch)
Bericht Focus Online (deutsch)
Eine schreckliche Geschichte. Eine schreckliche Wahrheit. Der Animismus, also der Glaube an Geister, Ahnenkult und Zauberei, beherrscht sooo viele Menschen hier. Diese Mächte sind durchaus real. Dennoch fallen viele unschuldige Menschen ihnen zum Opfer und werden Krankheiten und Todesfälle schnell damit erklärt, dass ein Zauber am Werk gewesen sei. Und schon hat man den Teufelskreis von Rache und Vergeltung. Auge um Auge, Zahn um Zahn. Und dann passieren solche Sachen. Und viele machen mit. Einfach so. Ohne nachzudenken. Oder schauen belustigt und interessiert zu. 
Unsereins mag den Kopf schütteln. Aber wenn wir in unserer Geschichte zurückschauen, sind da durchaus Parallelen zu erkennen. Und wieder einmal sieht man, dass PNG noch einen langen Weg vor sich hat. Und auch deshalb sind wir hier: den Menschen in PNG die Liebe und Vergebung von Jesus Christus vorzuleben und nahezubringen. 

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