05. Mai 2013

Aufstand gegen die Gewalt

Leider gab es einige heftige und äußerst unangenehme Ereignisse während des letzten Monats. In Mount Hagen wurde ein Anschlag auf einen australischen Geschäftsmann verübt, der allerdings gerade außer Landes war. Aber ein Freund, der zzt. das Haus hütete  und der mit einigen Bauarbeiten half, wurde an dessen Stelle erschossen und kaltblütig ermordet. Eine philippinische Frau, die auch für den Geschäftsmann arbeitete und im gleichen Haus lebte, wurde von der Gruppe Eindringlinge reihenweise vergewaltigt, nachdem die Täter auch in ihre Wohnung einbrachen.
In einem anderen Vorfall wurde eine US-amerikanische Biologin auf der Insel 
Karkar ebenso von einer Gruppe Männer vergewaltigt, nachdem ihr Mann und ein einheimischer Begleiter zuvor entkleidet und gefesselt wurden. Ein Angriff wie dieser in einer so abgelegenen Gegend ist ungewöhnlich.
Ein anderer Vorfall zeigt auch, in welcher Zwickmühle die Einheimischen sind, wenn sich die Gewalt in ihren Familien ereignet. Ein MAF Kollege aus Mt. Hagen schrieb kürzlich in Facebook: 
Ich bin traurig über die „Bestie“, gegen die unser Wachmann zzt zu kämpfen hat. Seine Schwester wurde von ihrem eigenen Ehemann mit einer Machete verletzt. Dieser schaffte es, ihre beiden Achillessehnen damit zu durchtrennen! Sie ist im Krankenhaus hier in Hagen, während ihre Familie (Brüder und Männer des Dorfes) debattieren, das Beste (gemeint ist „das Lukrativste“) aus dieser Aktion herauszuholen. Das Problem ist, dass, wenn sie ihn bei der Polizei anzeigen, wird er eine Tracht Prügel bekommen und Gefängnis müssen – aber sie werden nicht die 12.000 Kina Bargeld und Dutzende von Schweinen als Entschädigung bekommen. Außerdem, wenn ihn im Gefängnis irgendetwas zustoßen sollte, dann haben sie wiederum eine Entschädigung  an seine Familie zu zahlen. Wo ist die Gerechtigkeit hier? Wo ist Gnade? Meine Güte! Unser armer Wachmann weiß, was zu tun ist!
Diese sowie einige andere schwerwiegende Vorfälle haben gezeigt, dass das Ausmaß der Gewalt und des Bösen hier derzeit über das, was „normal“ ist, steigt. 
Die einzige positive Sache ist, dass die internationale Besorgnis und Verurteilung die Regierung dazu treibt, schärfere Maßnahmen zu ergreifen.
Am 15. Mai findet ein öffentlicher Trauertag statt, organisiert von einigen Frauenverbänden aufgrund der Vorfälle in den vergangenen Wochen. Trauern gehört hier in PNG zur Kultur dazu. Unsereins hat oft den Eindruck, dass Toten mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird als den Lebenden, wenn man sieht, in welchen Konvois die Menschen bei Trauerfällen unterwegs sind und wie teilweise auch dann das öffentliche Leben still steht. Oftmals alles aus Angst, dass man dem Geist des Verstorbenen einfach nicht gegen sich selbst schlecht stimmen will, also schreit man am lautesten. Außerdem gibt es viel zu essen. 
Auch ihr könnt einen Beitrag leisten: 
  • Bitte betet für die Opfer und Familien dieser schrecklichen Verbrechen.
  • Betet, dass die Verbrecher gefangen und verurteilt werden. Insbesondere betet dafür, dass sie nicht von ihren Familienverbänden und Clans geschützt werden.
  • Betet, dass die Aktionen der Regierung positiv sein werden, gut durchdacht und effektiv
  • Betet, dass die Polizei auch ermittelt und faire Maßnahmen ergreift, um die Verantwortlichen zu fangen.
  • Betet, dass MAF Mitarbeiter (sowohl unsere Einheimischen wie wir Internationalen) als Folge dieser Verbrechen nicht eingeschüchtert werden und wir weiterhin im Vertrauen auf unseren großen Gott treu unseren Dienst tun. 


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