18. Juni 2013

Eine Woche Flugalltag

Montag – Kurze Hochland Runde
Eine volle Ladung Fracht für New Tribes Mission nach Malaumanda, dann über Munduku weiter direkt nach Mt. Hagen. In Munduku hole ich Anton Lutz ab, der in Mt. Hagen schon von seiner Mutter erwartet wird: sie habe ihn acht Wochen lang nicht gesehen und freut sich schon. Anton arbeitet an einem neuen Landestreifen, der hoffentlich auf Ende dieses Jahres fertig wird. Ein Projekt, dass vor 8 Jahren begonnen wurde!
Noch nie habe ich das Frachtlager in Mt. Hagen so übervoll gesehen. Die Fracht staut sich bis zur Decke auf den verschiedenen Paletten. Ein deutliches Zeichen, dass wir mehr Fluganfragen haben, als wir bedienen können. Uns fehlen einfach die Piloten!
Am Nachmittag bin ich wieder in Wewak. 

Lager in Mt. Hagen
Dienstag – Sepik Einweisung
Sean DeKelver ist Kanadier und der erste Pilot, den ich in den Sepik einweise. Sean wird in den nächsten fünf Wochen lernen, wie bestimmte Flugplätze angeflogen werden, wie man dort landet und sich die Route merken kann, um zu den Flugplätzen zu kommen.
Das ist Sean, unser bärtiger Kanadier!

Heute machen wir eine besondere Entdeckung: Auf dem Sepik ist ein richtig großer Frachtkahn unterwegs, der von einem kleineren Boot geschleppt wird. Wir entdecken ihn in Pagwi. In Pagwi endet die von Wewak kommende Straße und hier scheint der Umschlagplatz zu sein. Wo allerdings die ganze Fracht hintransportiert wird, wissen wir noch nicht. Vermutlich gehts zu der neu entstehenden Goldmine… 
Der Frachtkahn in Pagwi
Mittwoch – Küstengebirge
Sean lernt heute das Küstengebirge kennen. Zweimal fliegen wir dieselbe Strecke nach Lumi, um Mitarbeiter und Besucher des Tenkile Baumkänguru Projekts nach Wewak auszufliegen, Dabei zeige ich Sean die Pässe im Gebirge, wo er bei schlechtem Wetter immer noch ein Schlupfloch finden kann.
Donnerstag – Erster Alleinflug für Sean
Da Sean schon 3 Jahre in PNG ist und in anderen Gebieten geflogen ist, dauert es nicht lange, bis er die ersten Strecken alleine fliegen kann. Ich saß deshalb den Morgen über im Büro, habe Emails beantwortet und die Fluganfragen von New Tribes Mission koordiniert. 
Sean startet zu seinem ersten Alleinflug aus Wewak heraus.

Das Nachmittagsprogramm sind wir wieder gemeinsam geflogen. Und wieder entdecken wir ein außergewöhnliches Schiff. Dieses Mal vor der Küste Wewaks. Mandy kann mich am Nachmittag aufklären: Ein Schiff der US Navy mit wohl 40 Ärzten an Bord, die kostenlose Gesundheitschecks anbieten und auch Impfungen durchführen. Außerdem werden manche Soldaten für zwei Schulen je einen neuen Klassenraum bauen. Coole Sache. Aber viel wichtiger wäre es, den PNG-lern zu vermitteln, dass sie selbst Verantwortung übernehmen müssen und nach ihren Sachen schauen müssen, sie warten müssen. 
Das Schiff der US Navy vor Wewak
Was dann am Samstag geschah und was das Ärzteteam betrifft: Am Samstag haben sie ihre Zelte am Wewak Stadion aufgebaut und viele Menschen standen Schlange für ein ärztliches Screaning und für Impfungen. Am Montag sollte sich das Ganze wiederholen. Aber dazu brauchen sie die Hilfe des lokalen Krankenhausarztes und der Schwestern für den Papierkram und die Übersetzung. Jetzt ratet mal, wer nicht erschienen ist. Welche eine vertane Chance! Die Leute, teilweise vom Highway außerhalb Wewaks angereist, waren verständlicherweise ziemlich frustriert.
Freitag – Schlechtes Wetter
Heute ging es Richtung Vanimo. Ein Sonntagsschullehrer sollte heute nach Eliptamin fliegen, um einen Kurs zu halten. Aber das Wetter zwang uns kurz vor dem Ziel umzudrehen. Dafür sind 2 Einheimische, gerade aus dem Krankenhaus entlassen, jetzt wieder Zuhause in Sino. Das Ehepaar hatte ich zwei Wochen zuvor aus Sino abgeholt, da die Frau unerklärliche Zuckungen zeigte. Wenn ich alles richtig verstanden habe, wurde ihr Flüssigkeit aus dem Kopf abgelassen und die Zuckungen sind nun bis auf weiteres weg.
Vor zwei Wochen, als das Ehepaar aus Sino in Wewak ankam.
Wochenende!!! – Willkommens-Bungkai für Sean
Am Samstagabend haben wir alle MAF Wewak Familien auf unsere Veranda eingeladen, um den Sean zu begrüßen. War echt nett mal wieder, wenngleich viel Arbeit an uns hängt, die Veranda umzubauen und eben hinterher wieder aufzuräumen und zu spülen, wobei alle Compound Leute immer schon ihr eigenes Geschirr mitbringen und dreckig mit heim nehmen.
Fast alle sind da. Und der Tisch ist auch voll!
Ich habe drei Pizzas gemacht und ne große Schüssel Krautsalat. Das ist eigentlich ganz dankbar. Die Einheimischen kochen auf ihre Weise und das ist eigentlich auch lecker. Da freu ich mich auch immer drauf auf ihr in Kokosnussmilch gekochtes Gemüse oder Hühnchen.
Danach gabs für jeden noch Eiscreme und Popcorn. ich habe Fotos von der Thunfisch Fabrik gezeigt und kommentiert. Und danach haben wir noch die  YouTube Filme von Wolfgang Hagen gezeigt. Das hat den Einheimischen echt gefallen, sich und uns und ihr Land im Video zu sehen.
Irgendwie sollten wir so was öfters machen, zumindest Popcorn und Film schauen. Vielleicht, wenn wir wieder aus Deutschland kommen. So ein Mini-Beamer wäre da schon was Feines… Mal schaun.
Das sind nur zwei von unseren drei einmischen Familien.
Mit Begeisterung schauen sie die Videos von Wolfgang.

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