16. Juli 2013

Ein richtiger Missionsflugtag _ Teil1

Im letzten Blogeintrag berichteten wir von Mike Kwar und dass dieser demnächst nach Nungwaia will. Das letzte Flugzeug ist 2011 in Nungwaia gelandet. Das Dorf hatte über einen besseren Feldweg Zugang zum Sepik-Highway (der seinerseits auch nur mit einer kleinen Landstraße vergleichbar ist …). Allerdings hat der Regen der letzten Monate das letzte Stück unpassierbar gemacht und das Dorf war wieder neu motiviert, den Landeplatz in Ordnung zu bringen. Friedemann Urschitz hat auch seinen Teil dazu beigetragen, als er Anfang des Jahres für ein paar Wochen in PNG war, um verschiedene Dorfgemeinschaften neu zu motivieren und anzuleiten, den Flugplatz in Schuss zu halten.
Ja, und gestern war es soweit! 
Im Landeanflug auf Nungwaia
Mark, der MAF Agent in Nungwaia war für Besorgungen in Wewak, was bedeutete, dass er gute 6 Stunden laufen musste, um zu einer passierbaren Straße zu gelangen und einen Bus nach Wewak zu bekommen. Durch ihn wussten wir, dass der Flugplatz nun in guten Zustand ist, das Gras gemäht, der Windsack seinen Dienst erfüllt, die Conemarker richtig positioniert und auch die Bäume im Anflug geschnitten sind.
Für den Flugplatzrasenmäher kaufte er in Wewak u. a. Sprit und eine neue Batterie. Diese Dinge ins Dorf zu bekommen, ist ohne Flugzeug unmöglich. Allerdings hatten wir ihn gestern nur mit seinem persönlichen Gepäck an Bord, da ein 200 Liter Dieselfass und eine Batterie unter „Dangerous Goods“, also „Gefahrengüter“, deklariert werden müssen und sonst keine Passagiere an Bord sein dürfen und das ging gestern nicht.
Denn mit an Bord war noch Linda von New Tribes Mission, die nach Sino wollte, um dort in den nächsten drei Wochen zum einen die letzten Vorbereitungen für die Feierlichkeiten zur Übergabe der Bibelübersetzung für die Siawi-Leute zu treffen und dazu auch drei Übersetzungshelfer erwartete und zum anderen in der dritten Woche Übersetzungen von Frank und Miriam Tertel für das Neue Testament der Sino zu überprüfen. 
Der Landeplatz in Nungwaia ist echt spannend! Nur gute 400 Meter lang, entsprechend mit einer Steigung und in den Ausläufern der Toricelli Mountains gelegen. Mathias landete souverän, wenn auch etwas hart ;o) und kam gut zum Stehen. 
Bei der Landung
Beim Ausladen
Vielleicht dreihundert Leute säumten den Landeplatz und schauten uns bei der Landung zu, kamen dann zum Flugzeug gerannt, umzingelten es förmlich. Die Freude war groß! 
Umringt!
Gerade als wir wieder fertig zum Abflug waren, Mathias „Clear Prop!“ rief, kam eine Frau aufs Flugzeug zugerannt und Mathias brach den Startvorgang ab. Was war los? Vor lauter Dankbarkeit, dass nach über zwei Jahren wieder ein Flugzeug in Nungwaia gelandet ist, das Dorf wieder eine Möglichkeit hat, dass Leute wie Mike oder Friedemann zu Besuchen ins Dorf kommen, ebenso Lehrer und Krankenschwestern oder dass bei einem medizinischen Notfall schnell Hilfe kommt. Wir waren irgendwie schon überwältigt von dieser Geste.
Eine Geste der Dankbarkeit
So ein Bilum mag vielleicht nicht unseren ästhetischen Ansprüchen genügen, aber es ist wirklich wertvoll. So viel Arbeit und Zeit steckt in so einer kleinen Tasche. Das Material wird aus bestimmten Pflanzenfasern gewonnen und das allein ist schon ein aufwendiger Prozess, dann werden die Fasern zu Schnüren gedreht, gefärbt und vernäht. Man kann den Schweiß förmlich riechen…
Der Start aus Nungwaia heraus war entsprechend von unzähligen winkenden Händen begleitet, die uns nach oben getragen haben. Aber mal ganz ehrlich: Wenn man so die Landebahn hinunterschaut, fragt man sich ja schon, wo das Flugzeug denn hinfliegen soll, oder? Für mich, Mandy, sind solche Plätze echt immer noch sehr sehr aufregend und ich habe echt Respekt – und Vertrauen!!! – vor Mathias´ Leistung und der vieler anderer MAF-Piloten.
Die Landebahn in Nungwaia
Nungwaia gehört auch mit zu den anspruchsvolleren Landeplätzen. Wir hoffen, dass Mathias in den uns noch verbleibenden Tagen bis zu unserer „Halbzeitpause in Deutschland“ Sean oder Richie noch nach Nungwaia einchecken kann. Für diesen Platz erlauben weder Chef- noch Trainingspilot einen Self-Check. Verständlicherweise…
Weiter ging es nach Ambunti. Da es Startgewichtsbeschränkungen in Nungwaia gibt, musste Mathias in Ambunti nachtanken, damit wir genug Sprit für den Rest des Tages hatten. Mike war auch am Landeplatz und freute sich natürlich auch, dass wir in Nungwaia waren. Seine Frau kommt von da und er hat schon einen Flug am 30. Juli gebucht…
Beim Nachtanken in Ambunti. Mike steht unter dem Flügel.

HIER lest ihr, wie der Tag weiterging.


[…] 1 dieses Missionsflugtages lest ihr HIER. Unser Flugtag führte uns dann weiter nach Sino, Siawi und Iteri. Alles Landeplätze, die […]


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