01. Oktober 2016

„Hättest Du Lust, mit mir nach Iropena zu fliegen?“

… fragte mich Mathias. Natürlich hatte ich Lust! „Es handelt sich um einen Medevac von Iropena nach Kompaim. Eine schwangere Frau hat Probleme nach Einsetzen der Wehen. Sie muss daher in ein Hospital nach Kompiam geflogen werden“, erklärte er mir. Unter einem „Medevac“ versteht man einen Flug für eine medizinische Hilfeleistung.

Meine Freunde Mandy und Mathias besuche ich bereits das dritte Mal in Papua Neuguinea. Mathias habe ich 2007 in Deutschland kennengelernt, als er mit einigen andern Kollegen auf dem Flugplatz meine Segelflugvereins Hannoverscher Aero-Club in Oppershausen bei Celle auftauchte. Wir unterhielten uns über das Segelfliegen und das Fliegen von Motorflugzeugen. Ich war überrascht, dass sein Club in der Nähe meines Wohnortes bei Bremen war, nur 7 km entfernt! Er erklärte mir, was MAF ist und was er gerne machen würde: Fliegen für eine Hilfsorganisation, die anderen Menschen in abgelegenen Gebieten hilft. Ich hatte noch nie von MAF gehört und seine Erläuterungen machten mich neugierig.

Wir blieben seitdem in Kontakt und ich bekam die Möglichkeit, ihn erstmalig in 2008 zu besuchen, als er begann, für MAF in Goroka zu fliegen. Beim nächsten Besuch nahm ich meine Tochter Caroline mit, als er seinen Dienst in Wewak versah, nun glücklich mit Mandy verheiratet, die seine Leidenschaft, anderen Menschen im Namen von Gott in fremden Ländern zu helfen, teilte.

Letztes Jahr fragte ich an, ob es die Möglichkeit geben würde, sie erneut zu besuchen und erfreulicherweise, sagten sie zu!

Nun war ich gerade einen Tag in Mount Hagen/PNG und Mathias fragte mich, ob ich mit ihm fliegen möchte. Was für eine Gelegenheit! Keine Frage, ich sagte zu!

Ich hatte das Glück, mit Mathias eine grundüberholte Maschine fliegen zu dürfen, einen AirvanGA8, Rufzeichen „MFM“, die er gerade einen Tag zuvor von Mareeba/Australien nach Mount Hagen/PNG überführt hatte. Normalerweise hat ein Pilot nach einem so langen Flug einen Tag frei, aber ein Medevac hat Priorität.

IMG_1762Zuerst musste die Flugvorbereitung erledigt werden, die leidige Papierarbeit beinhaltet: Flugplan erstellen, Kraftstoffberechnung, Lesen der letzten Notice for Airmen (NOTAM) für Piloten, Wetterinformationen des lokalen MAF-Agenten von Iropena, etc. Danach bereiteten wir die MFM für die schwangere Frau mit Hilfe des Bodenpersonals vor, so dass sie es so komfortabel wie möglich haben würde.

Das Flugzeug war aufgetankt, gecheckt und nun wir waren für den Start vorbereitet.

Das Wetter war ausgezeichnet, so dass wir Iropena in nur 35 Minuten erreichten. Mathias erzählte mir, dass der Flugplatz sehr kritisch sein kann, da er sehr hoch liegt. Abhängig vom Wetter passiert es sehr häufig, dass der Platz sehr schnell in den Wolken liegt, so dass eine Landung unmöglich ist.

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Die Bewohner des Dorfes, unser Agent und die Fluggäste, die schwangere Frau und ihr Ehemann erwarteten uns schon. Sie schien Schmerzen zu haben, aber ertrug sie tapfer.

Nachdem die geliebte Papierarbeit erledigt war, nahmen unsere Fluggäste Platz, bekamen von Mathias die Sicherheitseinweisung, so dass wir kurz danach starten konnten.

IMG_1798Nach nur 15 Minuten Flugzeit, die dank Mathias´ Flugerfahrung sehr ruhig und sanft für die Passagiere verliefen, landeten wir in Kompiam. Zu unserer Überraschung war kein Krankenwagen am Platz, was wir eigentlich aufgrund der Vorankündigung erwartet hatten. Da das lokale Mobilfunknetz ausgefallen war, schickte der Agent einen Mann zum Krankenhaus, um den Krankenwagen anzufordern. Unsere Passagiere mussten so leider lange warten.

Es dauerte eine Weile, bis der Krankenwagen endlich eintraf und das Ehepaar ins Hospital gebracht werden konnte. Ich hoffe, daß alles reibungslos verlief und sie nun glückliche Eltern eines Neugeborenen sind.

Der Rückflug nach Mount Hagen verlief problemlos. Wir hatten keine  Passagiere oder Fracht, so dass wir uns ein wenig über das Flugzeug, Fliegen in PNG und MAF unterhalten konnten. Das Flugzeug flog hervorragend. In den Bergen konnten wir Regen sehen, aber auf unserem Flugweg war alles „CAVOK“, wie die Piloten sagen, was „ceiling and visibility ok“ (= Wolkenuntergrenze und Sicht ok) bedeutet.

IMG_1820Wir landeten auf dem Kagamuga Airport in Mount Hagen als Nummer Zwei von zwei Flugzeugen und einem Helikopter sicher und glücklich, dass wir den Dorfbewohnern in dem abgelegenen Dorf helfen konnten. Sie würden ernsthaft Probleme ohne die Arbeit von MAF, deren professionellen Piloten und Gottes Hilfe haben.

Danke an MAF und Mathias, die mir noch einmal mehr einen unvergesslichen Eindruck gegeben haben und mir erneut zeigten, wir wichtig ihre Arbeit in PNG noch immer ist.

 

PS. Das ICH, dass hier diesen Beitrag schreibt, ist einer unserer treuesten Blog-Leser und Kommentatoren… 😉 und mit Besuch Nr 3 eben auch unser treuester Besucher…


rainer am 24. Oktober 2016 um 13:33 Uhr

danke, LUPO, ich freue mich für Dich, daß Du dieses außergewöhnliche Erlebnis in Deine Erinnerung aufnehmen kannst, und ich bewundere natürlich das Engagement der MAF-Leute – herzlich, Rainer.


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