14. April 2020

Jugend mit einer Mission – Teil 2

Medizinische Hilfe für schwerkranke Frau

Die Gebete des YWAM-Teams für die Menschen in Agali ging weiter. Dabei wurde ihre Liebe zu ihnen auch ganz praktisch: Als sie in Agali unterwegs waren, die Menschen in weit verstreuten Häusern zu grüßen, ihre Geschichten zu hören und mit ihnen zu beten, trafen Micha und seine Teamkollegen eine Frau, die in ihrem Garten umher kroch. Kathy (Name geändert).

Zurück aus Agali und kurz vor seiner Abreise aus PNG, hatten wir Micha zum Mittagessen eingeladen. Er erzählte uns Kathys Geschichte, zeigte Fotos und fragte, wie ihr geholfen werden könne.

Kathy, Mutter von einer ganzen Kinderschar, das jüngste etwa 2 bis 3 Jahre alt, verlassen von ihrem Ehemann, der scheinbar wieder geheiratet hat und sie nur gelegentlich besucht. Wie kann sie ihren Lebensunterhalt verdienen und für ihre Kinder sorgen? Sie hat nicht einmal die 20 Kina (€6.50) Jahresgebühr für den Klinikmitarbeiter, damit er sich um sie kümmert. 

Kathy kann nicht laufen, nur kriechen. Was für ein hartes Leben! Die Liebe zu ihren Kindern ist wahrscheinlich ihre tägliche Motivation, weiterzumachen.

Das Team betete für Kathy, besuchte sie an den verbleibenden Tagen, säuberte und verband die offenen Wunden, ließen Verbandsmaterial zurück. Aber sie wussten, dass dies nicht genug war.

 

 

 

Das YWAM-Team war bereit, Kathys Flug- und Krankenhauskosten zu finanzieren, um ihr auf nachhaltigere Weise zu helfen.

Wir stellten den Kontakt zu Dr Mills in Kompiam her, zeigten ihm die Fotos: „Es könnte ein schwerer Fall von Gicht sein. Die weißen Kristalle in der Ferse unter der Haut deuten darauf hin. Wir müssten sie sehen.“

Hoffnung! 

Jetzt galt es, den MAF Flug zu organisieren. Micha war mittlerweile zurück in Neuseeland. Die Kommunikation, um die gesamte Logistik dieser Rettungsmission für Kathy zu organisieren, war eine ziemliche Herausforderung. Wir waren fast täglich in Kontakt.

Irgendwann kam alles zusammen: Für Kathy wurde eine was meri (Begleitperson) gefunden und am Abend vor dem geplanten Flug wurde Kathy in die Klinik neben dem Flugplatz gebracht. 

Der erste Versuch, Kathy ins Krankenhaus zu fliegen, schlug jedoch fehl. Starke Winde machten einen Anflug auf Agali unmöglich.

Enttäuschung!

Kathy wurde zu ihrem Haus zurückgetragen; wenn man beide Hände zum Klettern frei hat, braucht man 10 Minuten laut Micha. Was für eine herausfordernde Expedition, wenn jemand auf einer Trage oder auf dem Rücken einer anderen Person getragen werden muss.

Wir alle hofften und beteten, dass der nächste Versuch klappen würde, um Kathy nach Kompiam zu fliegen, bevor auch Dr Mills in seinen wohlverdienten Weihnachtsurlaub fliegt.

Eine Woche später war wieder alles organisiert. Und preist den Herrn, Kathy konnte ins Kompiam-Krankenhaus geflogen werden!

 

 

 

 

Nach der Erstaufnahme schrieb Dr Mills: „Der Bluttest hat es bestätigt: Sie hat schwere Gicht mit vielen Knochenschäden, aber ich bin zuversichtlich, dass wir sie wieder zum Laufen bringen können. Sie braucht lebenslang Medikamente; diese sind zuzahlungsfrei von der Regierung. Die Herausforderung ist jedoch, Kathy gut aufzuklären und den Medikamentennachschub zu organisieren.”

Hoffnung! 

 

 

Was für ein riesiges Zeugnis von Glaube und Nächstenliebe in Aktion wäre es doch, wenn Kathy, wenn sie in einigen Wochen nach Agali zurückkehrt, aus dem Flugzeug aussteigen könnte,  nach Hause laufen könnte und ein einigermaßen schmerzfreies Leben führen könnte.

 


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