19. August 2021

Diagnose Tuberkulose

„Wenn wir die Mädchen nicht bei unserer Ärztesprechstunde gesehen hätten, die Tuberkulose nicht diagnostiziert und sie zur Behandlung mitgebracht hätten, wäre die Krankheit sehr wahrscheinlich weiter fortgeschritten und hätte schließlich zu ihrem Tod geführt,“ reflektiert Dr. Rebecca Williams.

Malaumanda ist ein Dorf im Grenzgebiet von der East Sepik und Enga Provinz mit ca. 300 Einwohnern plus Kindern, die rund um die Landebahn leben. Einige hundert weitere leben etwas außerhalb, ca. 30-120 Minuten strammer Fußmarsch zur Landepiste. Es ist eine sehr abgelegene Gegend, umgeben von sehr großen Bergen und steilen Tälern.

Eine Reise nach Wewak beinhaltet 3 Tage Dschungelwanderung, gefolgt von 3 Tagen mit einem Motorkanu. Es gibt keine anderen Dörfer in der unmittelbaren Nähe von Malaumanda, die in ein oder zwei Tagen zu Fuß erreichbar wären. Im Dorf gibt es keinen Mobilfunkempfang, die Leute wandern 4 Stunden auf einem nahe gelegenen Berg, um ein schwaches Signal zu empfangen.

Im Dorf gibt es einen kleinen Gesundheitsposten, der von Montag bis Samstag eine Stunde am Tag von einem Dorfgesundheitshelfer betreut wird. Diana und Didimus tun dies ehrenamtlich, helfen mit dem Wenigen, was sie wissen und haben, so gut sie können. 

Das Dorf bekommt zwei bis viermal im Jahr die Chance auf professionellere Ärztesprechstunden, wenn MAF ein medizinisches Team vom Krankenhaus in Kompiam einfliegt, um ein bis drei Tage die Dorfgemeinschaft zu besuchen. 

Mandy hatte Ende Juni die Gelegenheit, das medizinische Team zu begleiten und konnte mit ihrer Kollegin viele Interviews durchführen sowie Foto- und Filmaufnahmen machen.

Während dieser Patrouillentage helfen Diana und Didimus, die lokale Sprache zu übersetzen, wenn die Ärzte die Patienten untersuchen; und gleichzeitig werden die beiden von den Ärzten praxisnah geschult.

Dr. Rebecca Williams, die die Patrouille Ende Juni leitete, ist Oberärztin im Bezirkskrankenhaus Kompiam des Enga Baptist Health Services. Mit im Team war dieses mal auch Dr. David Moore, ein Engländer, der eigentlich mit New Tribes Mission in PNG arbeitet aber derzeit in Kompiam aushalf. Dr Moore führte die Untersuchungen unter Aufsicht von Dr. Rebecca durch, um mehr Erfahrung im Bereich der ländlichen Gesundheit und des medizinischen Bedarfs zu sammeln. Dr Rebecca notierte die Diagnosen in die Gesundheitsbücher der Patienten.

Lucy Jack und Jessica Kandan, beide ausgebildete Dorfgesundheitsmitarbeiter von Kompiam, waren ebenfalls Teil des Teams. Die beiden konzentrierten sich auf Impfungen und Schulungen für Erwachsene um das Gesundheitsbewusstsein der Menschen zu stärken. Sie referierten über Tuberkulose, Kinderkrankheiten und Familienplanung, Malaria und Impfungen.

Während der Klinikstunden sahen Dr. Rebecca und Dr. David fast 50 Patienten, Männer, Frauen und Kinder. Zwei schwangere Frauen wurden mit Ultraschall untersucht. Viele Menschen zeigten sich mit Pilzinfektionen der Haut, Osteoarthritis und dann gab es eben die Verdachtsfälle auf Tuberkulose.

Menschen mit Tuberkuloseverdacht wurden dringend ermutigt, so bald wie möglich ins Krankenhaus nach Kompiam zu kommen, um weitere Untersuchungen und Tests und damit eine Behandlung durchzuführen. Auf dem Rückflug fanden zwei junge Mädchen und ihr Onkel Platz im Flugzeug. Zehn Tage später folgte ein junger Mann, vermutlich um die 20 Jahre, auf einem anderen MAF-Flug.

Dr. Rebecca erzählt:

„Mia und Masi, etwa 5 und 8 Jahre alt, wurden während der Sprechstunde in Malaumanda vorstellig. Es gab bereits eine positive Familienanamnese von T Tuberkulose, ihr Vater war vor einigen Jahren in Wewak wegen Lungentuberkulose behandelt worden. Ihre Mutter brachte sie zu uns, da das ältere Mädchen Masi eine Schwellung am Hals hatte, die seit mehreren Monaten anhielt. Bei der Untersuchung und der positiven Familienanamnese von Tuberkulose war es sehr wahrscheinlich, dass Masi eine Tuberkulose der Lymphknoten hatte.

Wir baten die Mutter, mit ihren anderen Kinder am nächsten Tag zu kommen, damit wir auch sie untersuchen konnten. Auch die jüngere Schwester Mia wies ähnliche Schwellungen am Hals auf, die auf Lymphknoten Tuberkulose hindeuteten. Wir empfahlen der Mutter, beide Mädchen in Krankenhaus nach Kompiam zu bringen, damit wir eine Biopsie durchführen und die Proben durch GenX-pert untersuchen können, bevor wir mit Tuberkulose-Medikamenten beginnen.

Als wir am 24. Juni wieder nach Kompiam zurückkehrten, brachten wir diese beiden Mädchen zusammen mit ihrem Vormund mit. Am nächsten Tag machten wir eine Biopsie der Lymphknoten, die positiv auf Tuberkulose war und so begannen wir sofort mit den Tuberkulose-Medikamenten.

Die Mädchen bleiben für 2 Monate in Kompiam, um die Tuberkulose unter medizinischer Aufsicht zu behandeln, bevor sie nach Malaumanda zurückkehren können. In Malaumanda muss ihre Behandlung für weitere 4 Monate fortgesetzt werden. 

Wenn wir die Mädchen nicht bei unserer Buschsprechstunde gesehen hätten, die Tuberkulose nicht diagnostiziert und sie zur Behandlung mitgebracht hätten, wäre die Krankheit sehr wahrscheinlich weiter fortgeschritten und hätte schließlich zu ihrem Tod geführt. 

Wir wissen, dass es einige Menschen mit aktiver Tuberkulose in Malaumanda geben muss, da Tuberkulose-Bakterien nur bei Menschen mit pulmonaler Tuberkulose, also Husten, verbreitet werden und Kinder typischerweise eher von Erwachsenen als von anderen Kindern an Tuberkulose erkranken.“

HIER gibt es auch ein Video über diesen Einsatz.


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