25. Dezember 2023

Eine schlammige Angelegenheit

Kaiam, berühmt für eine schlammige Willkommensparty 2016, als Mathias damals die erste Landung dort gemacht hat. Die Menschen freuten sich so sehr, dass sie damals das Flugzeug samt Piloten freudig mit Schlamm beschmiert haben! 

Seit der Pandemie war die Landepiste geschlossen. Es bedurfte größerer Reparaturarbeiten. Sobald es regnet, wird die Piste rutschig und das Bremsen schwierig. Steine brauchte es, um die Oberfläche etwas griffiger zu machen, die Grasnabe wurde ebenfalls abgetragen, Wasserabflussgräben entlang der Seiten tiefer gezogen und ein paar neue fischgrätenförmig über die Piste verteilt (diese dann natürlich mit Steinen und Sand gefüllt…). Die Instandhaltungsarbeiten waren allerdings noch nicht abgeschlossen, als kürzlich ein Medevac angefragt wurde für drei Patienten. Eine Sonderlandegenehmigung wurde vom Chefpiloten erteilt und Mathias Bürotag wurde zum Flugtag. 

Die Landung klappte gut, das Bremsen ebenso.

Mit einer voll besetzen Caravan rollte Mathias zum Start und dann passierte es: Das linke Seitenrad grub sich tiefer und tiefer in die obere Lehmschicht, schaffte alle Flusssteine auf die Seite und alle 675 Pferdestärken nutzen nichts.

Motor aus!

Passagiere raus!

Spaten raus!  

Der Regen der vergangenen Tage hatte die Landebahn aufgeweicht. Mit gemeinsamer Anstrengung versuchten die Leute, mit am Fahrwerk befestigten Spanngurten, das Flugzeug wieder auf festeren Grund zu ziehen.

Knack! … Nicht gut! 

Mathias vermutete einen Schaden an den Bremsbacken und verständigte die MAF Mechaniker und das zentrale Flugbüro, dass er Hilfe braucht. 

Die kam dann allerdings erst gute 24 Stunden später und Mathias verbrachte eine Nacht in einem Holzhaus. MAF charterte einen Helikopter und schickte zwei Mechaniker mit Werkzeug. Der Helikopter sollte dann die Patienten nach Mt Hagen mitnehmen, damit das Flugzeug beim Start nicht zu schwer beladen ist. Die Patienten wollten allerdings nicht einsteigen. Komisch…

Die Mechaniker untersuchten die Bremsbacken und fanden keinen Schaden. Auch gut! Das Flugzeug wurde freigegeben, sollte aber direkt nach Mt Hagen fliegen, wo die Wartungswerft von MAF ist. 

Seltsamerweise wollten die Patienten auch mit Mathias nicht mitfliegen. Sie wollten nach Wapenamanda, ins Krankenhaus der Lutherischen Kirche, vermutlich war ihnen Mt Hagen als Stadt unbekannt und nicht so ganz geheuer… 

Auf dem weichen Flugplatz wäre ein Start mit vollbeladenem Flugzeug sehr herausfordernd gewesen. So war Mathias dankbar, dass er nur die beiden MAF Mechaniker mit ihren Werkzeugen an Bord hatte und das Flugzeug damit recht leicht war. 


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