17. September 2026

Menschen legen ihre Pfeile nieder 

Das Telefomin-Tal war früher ein Ort von Stammeskriegen und Tötungen. Heute arbeiten kirchliche Gesundheitsdienste mit ehemals Verfeindeten zusammen. 

“Bevor Gottes Wort nach Telefomin kam, dachten die Menschen hier nur ans Kämpfen. Sie waren wütend“, sagt „Mama“ Nunta Markis. „Sie nahmen einfach einen Pfeil und schossen aufeinander.“ 

Stammeskonflikte gehörten zum Alltag. Die Menschen lebten ständig in Angst. Mama Nunta gehört zu den älteren Frauen in Telefomin. Nur noch wenige Menschen können sich daran erinnern, wie angstbesetzt und un-sicher das Leben einmal war. „Wir lebten in den Bergen dort“, sagt sie und zeigt auf die Umgebung. „An den Berghängen pflanzten wir Süßkartoffeln. Die Leute aus Feranmin kamen. Die aus Eliptamin kamen. Die Stämme kamen, um zu kämpfen.“

Blick über das Telefomin-Tal Richtung Fermanmin

Und sie erzählt noch viel mehr. Alles mit ernstem, betroffenen Ausdruck. Doch dann hellt sich ihr Blick auf. „Vor langer Zeit kam dann das erste MAF-Flugzeug hierher, in einer Zeit des Krieges und der Streitigkeiten“. Und mit MAF kamen die ersten Missionare ins Telefomin-Tal, um den Menschen Frieden zu bringen – innerlichen und äußerlichen Frieden.

Nathan ist der Sohn von Mama Nunta und ihrem Mann Markis, der einer der drei Stammesführer damals war. Er erinnert sich an die Geschichte, wie sein Vater während des Stammeskriegs im Dunkel der Nacht mit Freun-den zu dem Missionar ging. Markis, Yanis und Wasani wurden die ersten Gläubigen aus ihrem Stamm. Gottes Wort zeigte sofort seine Wirkung. 

„Papa Markis, Yanis und Wasani sagten zu ihren Leuten: ‚Nein, nein, nein! Ihr dürft nicht weiter kämpfen‘“, übernimmt  Mama Nunta die Erzählung. „Sie sagten: ‚Gottes Wort ist zu uns gekommen. Lebt in Frieden.‘ Und die Menschen legten tatsächlich ihre Pfeile nieder.“ 

Telefomin, Tifalmin, Feranmin, Eliptamin und die umliegenden Gebiete: Das ganze Min-Gebiet wurde durch das Evangelium verändert.

„MAF brachte Gottes Wort und die Bibel“, sagt Mama Nunta weiter. „Durch MAF konnte ich an Frauenkonferenzen teilnehmen. Meine Kinder – und darüber bin ich sehr glücklich – haben alle Arbeit. Sie sind gut ausgebildet. Ich selbst kann weder lesen noch schreiben.“ 

Nathan ergänzt: „Jedes Kind aus dem Min-Gebiet, das mit MAF aufgewachsen ist, wird sagen: ‚MAF gehört zu mir. Mein Leben ist mit MAF verwoben.’ MAF brachte Lebensmittel und Versorgungsgüter. Unsere Lehrer kamen mit MAF. MAF war für uns alles. Das war eine gewaltige Veränderung.“ 

Heute arbeitet Nathan als Verwaltungsleiter vom Min Baptist Health Services im Krankenhaus in Telefomin. Wo Menschen früher in den Bergen kämpften, bringen Nathans Angestellte heute dank MAF Hilfe, Hoffnung und Heilung. 

„Ich kümmere mich um alle Pflegekräfte und um ihr Wohlergehen. Ich bin auch für die Verwaltung zuständig. Dazu gehören alle Medikamente, die geliefert werden. Auch kranke Menschen aus abgelegenen Orten müssen zu uns geflogen werden, damit wir sie versorgen können“, erklärt Nathan. 

„Wir brauchen MAF weiterhin für diese wichtige Arbeit. Ohne MAF wären die Gesundheitsdienste heute nicht dieselben. Unsere Pflegekräfte können zu abgelegenen Orten fliegen und dort Impfungen geben. Sie können schwer kranke Mütter und andere Patienten abholen und zu uns ins Krankenhaus bringen. Das macht MAF.” Und nach einer kurzen Pause fügt er noch hinzu, “Ohne MAF könnten wir hier nicht leben.“ 

Mandy hat das Interview in Tok Pisin mit Mama Nunta und Nathan in Telefomin im Mai 2025 vor unserem Heimatdienst aufgezeichnet. Ihr Kollege Matt hat daraus den Bericht verfasst (auf Englisch).

Im März diesen Jahres konnte Mandy ausgedruckte Fotos und den englischen Bericht persönlich bei Mama Nunta vorbeibringen (siehe Titelfoto). Oh, wie hat sie sich gefreut! Und gleich wieder viel erzählt, von damals und wie durch Gottes frohe Botschaft heute Frieden herrscht.

Von dieser Veränderung berichtete auch Miom Singer. „Gott Wort veränderte alles“ – so sagte er es.


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