Einkaufen

Mendi und Mandy

Einkauf auf Bestellung: das wird unser Zeitungskorb. Der Papa war vergangene Woche in seinem Dorf und hat neue maßgefertigte Ware mitgebracht – und wirklich gute Qualität! Als ich ihn nach seinem Ples (Ort) gefragt hat, antwortete er, dass er aus Mendi kommt. Da musste ich ihm natürlich meinen Namen verraten. Das fand er dann ziemlich witzig ;o)

Alles frisch!


Freitagmorgen habe ich, Mandy, einen Großeinkauf auf dem Markt gemacht, damit wir in Wewak gut versorgt sind in den ersten Tagen und Wochen. Fürs erste gehen morgen mit der Caravan mal gefrostete Tüten Bohnen, Erbsen, Karotten, Blumenkohl und Brokoli sowie Erdbeeren nach Wewak, außerdem ein Sack voll Kartoffeln und ebenso ein paar Portionen Hühnchenbrust, Hackfleisch, Schweinefilet und Känguru. So sind wir gut versorgt, bis wir wissen, was wir wo in Wewak kaufen können. Diese Dinge jedoch schon mal für den Anfang zu haben, war eine Empfehlung von Claudia, unserer zukünftigen Nachbarin. Wenn wir dann Montag in einer Woche umziehen bzw. umfliegen, geht noch mal eine ordentliche Portion frisches Obst und Gemüse mit uns mit. Das Obst- und Gemüseangebot an der Küste ist eher bescheiden, sodass wir in Zukunft wöchentlich eine Lieferung aus Mt.Hagen erhalten werden. Unsere „Veggie-Lady“ wird eine Amerikanerin werden, die diese Woche mit ihrem Mann erst in PNG angekommen sind. Am Freitagabend hatten wir die Familie zum Essen eingeladen und konnten uns so gleich ein wenig kennenlernen. Sie haben sich vor einigen Jahren hier in PNG kennengelernt und geheiratet :o) Jetzt ist er nicht nur Mechaniker, sondern auch Pilot, hat 2 Jahre in Arnhem Land/Australien Flugerfahrung gesammelt und wird nun für MAF PNG fliegen. Sie kennen PNG, Land und Leute also schon wesentlich besser als wir.

1. Advent

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt… Ja, so hätten wir das auch gern gehabt heute. Und dabei haben wir auch 4 schöne Adventskerzen. Mandy war so happy, als sie sie gekauft hat: ein bisschen mit Silber- und Goldglimmer besprenkelt und drumherum sparsame Deko – wenn wir schon kein Tannengrün für einen Adventskranz haben… Nur leider brennen die Kerzen nicht. Der Docht scheint kein Wachs aufzunehmen. Zu dumm! Ein typischer PNG-Kauf mal wieder! Ansonsten schmückt mittlerweile ein wenig Weihnachtsdeko unser neues Zuhause in Mt. Hagen: ein selbstgebastelter Adventskalender ziert die Wand über unserem Esstisch. Ein großer Weihnachtsstern hängt über dem Wohnzimmertisch und an der Wohnungstür baumeln ein paar rote Glaskugeln. Unsere eigentliche Weihnachtsdeko ist noch in den Tonnen und diese sind halt noch beim Zoll in Lae. Hierzulande kann man viel chinesischen Weihnachtskram kaufen, auch Plastiktannenbäume. Aber das ist nicht so unsre Sache… Gestern hat Mandy auch die ersten Weihnachtsplätzchen gebacken. Gar nicht so einfach, wenn man die Zutaten hier nicht bekommt. Wie schön, dass in den Päckchen aus Deutschland ein paar Mandeln und Nüsse waren. Hierzulande sind solche Backzutaten unverschämt teuer. So heißt es eben immer wieder improvisieren und aus dem, was man hat, was Leckeres zu machen. Bisher gelingt uns das ganz gut. ;o) Ihr seid herzlich eingeladen, euch selbst davon zu überzeugen! …

Gel├Ąchter in der Stadt

Martin aus Wewak war angemeldet, hier bei uns zweimal zu übernachten, solange er auf sein Flugzeug wartet. Er muss nach 100 Flugstunden immer zum Check nach Mt. Hagen kommen. Martin hat dann Zeit, Mt. Hagen unsicher zu machen und die Einkaufsliste seiner Frau abzuarbeiten… Das kommt auf Mathias dann auch zu, wenn wir in Wewak sind. Donnerstnachmittag bin ich dann mit Martin in die Stadt. Mathias war mit der Twin Otter unterwegs. Witzig waren zwei Situationen: Ich wollte Starter für unsere Neonlampen kaufen und als die Verkäuferin mir welche brachte, war ich unsicher, ob es die richtigen sind. So antwortete ich, dass ich erst meinen Mann fragen muss und wir die nächsten Tage wiederkommen werden. Sie guckte etwas irritiert und ich sagte mit Blick auf Martin: „Em i no men bilong mi – Er ist nicht mein Mann.“ – Sie lachte … Vor dem Laden sitzen immer die Straßenhändler mit Korbwaren. Martin dachte, dass das vielleicht noch ein nettes Weihnachtsgeschenk für seine Frau sei, denn solche Dinge gibt es an der Küste nicht. Er verhandelte etwas, aber die Preise waren noch etwas zu teuer. Schließlich sagte er, er muss erst seine Frau fragen. Und alle Blicke fielen auf mich: „Mi no meri bilong en – Ich bin nicht seine Frau.“ – Wieder breites Gelächter … Für uns Weiße ist es eine gute Möglichkeit, uns mit einem Satz wie „Ich muss erst meinen Mann/meine Frau fragen“, galant aus einem Gespräch zu ziehen. Aber wenn daneben ein Vertreter des anderen Geschlechts steht, kann es dann wohl doch etwas peinlich werden… ;o)

Auf dem Markt



Samstags oder auch wenn Mathias einen freien Tag hat, gehen wir morgens in der Regel auf den Markt, um unseren Obst- und Gemüsevorrat wieder aufzufrischen. Da herrscht echt ein buntes Treiben! Auf unserer Einkaufsliste für den Markt stehen in der Regel folgende Sachen: Süßkartoffeln und normale Kartoffeln, Zucchini, Karotten, Brokkoli, Kohl, Erbsen, Bohnen, Ananas, Papaya, Bananen (wenn grad keine im Compound reif sind…), Limetten, Sugarfruits Im Supermarkt gibts Importware: Birnen, Apfel – hier wächst nämlich kein Kern- oder Steinobst, weils hierzulande keinen Frost gibt.
Und von was ernähren wir uns noch so? Ansonsten Reis, Nudeln, Fleisch in Maßen, Brot mach ich selbst und dank eines Päckchens aus Deutschland hab ich grad auch einige Körner zum Reinkneten. Fürs Wochenende mach ich in der Regel einen Hefezopf. Rosinen muss man halt dann kaufen, wenns grad mal welche gibt… Knuspermüsli mach ich auch selbst. Kornflakes sind einfach zu teuer und lang nicht so lecker und nahrhaft.
Brotaufstriche gibts auch verschiedene hier. Und der letzt haben wir auch entdeckt, woher wir unsere Erkältung hatten – Rozella heißt der weiß-braune Schokoaufstrich…
Summasummarum: wir leben hier ziemlich gesund und ich sogar hier muss man und frau aufs „Bäuchle“ aufpassen ;o) Um so mehr freuen wir uns schon auf unser Sportstudio: ein Fitnessbike und einen Stepper haben wir in unseren Tonnen…

Einkaufen und trotzdem mehr Geld haben

Könnt ihr euch vorstellen, dass wir hier immer mal wieder mit mehr Geld in unserm Geldbeutel aus manchen Läden rauskommen, als wir vorher drin hatten? Und dazu noch volle Einkaufstaschen? Nein, wir machen dabei keineswegs den Eindruck hilfsbedürftiger Missionare oder dergleichen. Betteln tun wir auch nicht… Wenn man hier mit Bankkarte oder Visakarte seinen Einkauf bezahlt, wird man in den größeren Supermärkten in der Regel gefragt: „Cash?“ Und dann, je nach Höhe des Einkaufswertes (oder Laune der Kassiererin…), kann man sozusagen das Einkaufen bzw. Bezahlen gleichzeitig als Geldautomat nutzen. Das ist ziemlich praktisch, denn so muss man nicht lange Schlange stehen, so dass einen jeder sieht und mitbekommt, dass man seinen Geldbeutel auffüllt. Oder dann, wenn man sich langsam an den Automaten vorgekämpft hat und man dran ist, fällt dummerweise noch der Strom aus oder das System bricht zusammen…

F├╝hrerschein gekauft

60 Kina, ein ausgefülltes Formular und eine Unterschrift. Mehr braucht es hierzulande scheinbar nicht, damit man einen Führerschein bekommt. Nicht mal das deutsche Originaldokument wollten sie sehen. Dann wird man fotografiert und 2 Minuten später hält man seinen laminierten Führerschein in der Hand. Wow! Dieser ist dann 3 Jahre gültig. Mathias seiner läuft kommendes Jahr aus. Dann darf er wieder bezahlen und wenn er Glück hat, funktioniert der Fotoapparat der Behörde. Das war nämlich vor 2 Jahren in Mt. Hagen nicht der Fall und so fährt er immer noch mit dem Antragsformular zum Führerschein spazieren, dass bald auseinanderzufallen droht. Nun ja, andere Länder, andere Sitten. Hierzulande fahren eh auch alle auf der falschen Straßenseite und der Fahrer sitzt rechts. Komisch, komisch… Dazu kommt dann noch der Fahrstil der Einheimischen… Good luck!

James Rizzi und Made in China

Solange wir in Goroka sind, helfe ich (Mandy) eineinhalb Tage an einer kleinen Schweizer Schule mit. Unter anderem unterrichte ich Kunst. Zzt. üben wir uns im Popartstil von James Rizzi. Und die Kids sind begeistert. Und da ich dachte, ich mache ihnen eine Freude, habe ich derletzt Filzstifte kaufen wollen, da die meisten Kids nur dünne farbige Fineliner haben. Ich also ganz happy, dass mein Blick die Stifte hinter einer Ladentheke entdeckt hat, kaufe eine Packung. 4 Kina – 1 Euro. Made in China, aber das Design von Stabilo. Allesamt waren sie ausgetrocknet und haben nur einen letzten Hauch Farbe aufs Papier gekratzt. Schade! Ein Fall für den Mülleimer… Tja, manchmal wird man hier vom Äußeren geblendet. Und das wird uns sicher nicht das letzte Mal passiert sein…

Alpenliebe

Wie das nun mal so ist, wenn man ohne Einkaufszettel loszieht und eigentlich nur Zucker braucht – am Ende kommt man mit noch ein paar Dingen mehr nach Hause. Alpenliebe! Schokobonbons! Aber sie sind weder in Deutschland noch der Schweiz hergestellt, sondern in Indonesien. Wusste gar nicht, dass die Deutsch sprechen, geschweige denn, einen Alpengebirgszug haben :o)